Québec - Geografie, Geschichte und Kultur
Geografie, Geschichte und Kultur ließen in Québec eine faszinierende Mischung gedeihen, die einmalig auf dem amerikanischen Kontinent ist. Der Ideenreichtum und das übersprudelnde Temperament seiner Bewohner haben diese Urlaubsdestination geprägt, die für ihre zwanglose Gastfreundlichkeit, ihren unverwechselbaren Charakter und ihr intensives Lebensgefühl bekannt ist.
GEOGRAFIE
Ein bewegtes Relief, eine artenreiche Flora und Fauna, ein kontrastreiches Klima und vier ausgeprägte Jahreszeiten tragen zur überwältigenden landschaftlichen Vielfalt der größten Provinz Kanadas bei.
Die im Nordosten des kanadischen Kontinents gelegene Provinz ist mit 1.667.926 km2 viermal so groß wie Deutschland, 18mal so groß wie Österreich und 36mal so groß wie die Schweiz. Von der amerikanischen Grenze bis zum Nordmeer misst Québec rund 2.000 km. Das Land grenzt im Westen an die Provinz Ontario und im Osten an die Provinzen Neufundland und Labrador sowie Neubraunschweig.
Im südlichen Teil der Provinz fließt der Sankt-Lorenz-Strom, einer der längsten Flüsse der Welt. Québecs landschaftliche Vielfalt ist überwältigend: eine fruchtbare, zwischen dem Kanadischen Schild im Norden und den Appalachen im Süden eingebettete Flussebene, endlose Wald-, Taiga- und Tundraflächen, die sich über eine Million Seen und Tausende von Flüssen teilen - insgesamt sind rund 180.000 km2 mit Süßwassergewässern bedeckt. Zu den höchsten Erhebungen in Québec zählen der Mont D’Iberville (1.622 m) in der Torngat-Bergkette in Nunavik und der Mont Jacques-Cartier (1.268 m) im Chic-Choc-Massiv in der Gaspésie.
Québec gliedert sich in drei Klimazonen, die der jeweils vorherrschenden Vegetation – Wald, Taiga und Tundra – entsprechen:
südlich des 50. Breitengrades: gemäßigt / kontinental
zwischen dem 50. und 58. Breitengrad: subarktisch
nördlich des 58. Breitengrades: arktisch
Im südlichen Teil Québecs gibt es vier ausgeprägte Jahreszeiten mit erheblichen Temperaturschwankungen. Nach einem strengen, schneereichen Winter – durchschnittlich fallen drei Meter Schnee – erwacht die Natur ungestüm zu neuem Leben. Auf den kurzen Frühling folgt ein heißer Sommer, der in einen farbenfrohen Herbst übergeht. Dank ihrer legendären Lebenskunst und Gastlichkeit wissen die Québécois mit diesen erstaunlichen Klimaverhältnissen bestens umzugehen!
GESCHICHTE
Vierzig Jahre nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus nimmt Jacques Cartier das Land im Namen des französischen Königs in Besitz. Es folgen fünf Jahrhunderte einer fruchtbaren Geschichte – von der Kolonialherrschaft bis zum Aufbruch in die Moderne.
Der Seefahrer Jacques Cartier erreicht 1534 die Küste von Gaspé und nimmt das über Jahrtausende hinweg von Indianern und Inuit bewohnte Land für den französischen König François I. in Besitz. 1608 landet Samuel de Champlain am Nordufer des Sankt-Lorenz-Stroms an einer Stelle, die von den Indianern Kébec genannt wird. 1642 gründet Paul Chomedey de Maisonneuve das Missionsdorf Ville-Marie, aus dem gegen Ende des 18. Jahrhunderts das heutige Montréal hervorgeht.
Von 1660 bis 1713 beschleunigt sich die Expansion Neufrankreichs. Während des englisch-französischen Kolonialkrieges belagern die Armeen unter General Wolfe Québec. Am 13. September 1759 besiegelt die Schlacht auf den Plaines d’Abraham die Niederlage der französischen Truppen unter General Montcalm. Vier Jahre später tritt der französische König mit dem Friedensvertrag von Paris “Kanada und alle davon abhängigen Gebiete“ an die britische Krone ab. Dies setzt eine massive Einwanderungswelle englischer, irischer und schottischer Siedler in Gang.
Das Verfassungsgesetz von 1791 teilt die Kolonie in ein fast ausschließlich anglophones Ober-Kanada (Ontario) und das überwiegend frankophone Unter-Kanada (Québec). In den Jahren 1837 und 1838 weitet sich der Verfassungskonflikt um eine liberale Verfassung in Unter-Kanada zur “Rebellion der Patrioten“ gegen die britische Herrschaft aus, die in einer vernichtenden Niederlage durch die englische Armee endet. Mit dem Inkrafttreten des « Britisch-Nordamerika-Gesetzes » werden 1867 die kanadischen Provinzen zu einer Föderation zusammen geschlossen.
Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist das wirtschaftliche Leben Québecs eng mit der Land- und Forstwirtschaft verbunden. Im Zuge der fortschreitenden Verstädterung und der industriellen Entwicklung ziehen immer mehr Menschen vom Land in die Stadt. Die 60er Jahre sind von der «révolution tranquille», der Stillen Revolution, geprägt, die grundlegende soziale Veränderungen einleitet, während im darauffolgenden Jahrzehnt die Debatte über die Vorherrschaft der französischen Sprache beginnt. 1976 kommt die Parti Québécois unter dem Vorsitz von René Lévesque an die Macht. Vier Jahre später lehnt die Bevölkerung Québecs, wie schon 1955, in einem Referendum das Projekt der Parti Québécois über eine mit Kanada assoziierte Souveränität ab.
Die Straßen von Québec sind auch heute noch vielerorts vom meist sehr einfachen Leben der ersten Siedler geprägt. Unzählige Bauwerke – Siedler- und Herrschaftshäuser, alte Kirchen und Kapellen, überdachte Holzbrücken, Mühlen und Leuchttürme – erinnern heutige und künftige Generationen an längst vergangene Zeiten.
Mit der Einstufung der historischen Altstadt von Québec City als Weltkulturerbe belohnte die Unesco die Bestrebungen, eine der bedeutendsten historischen Stätten Québecs zu bewahren. Dadurch wird auch die Erhaltung des architektonischen Erbes gefördert, das seit über drei Jahrhunderten vom Alltag der Québécois in Amerika zeugt.
Zahlreiche Besucher aus Nordamerika und Europa reisen nach Québec, um alte oder jüngere Verzweigungen ihres Stammbaums zu erforschen. Und manchmal ergibt sich tatsächlich ein freudiges Wiedersehen oder eine überraschende Entdeckung!
KULTUR
Mit Begeisterung und Entschlossenheit sichern die Québécois den Fortbestand und die Lebendigkeit ihrer Kultur auf dem nordamerikanischen Kontinent. Und das alles mit viel Kreativität und Leidenschaft!
Französischer Ursprung und nordamerikanische Wurzeln haben in Québec eine gelungene Mischung aus Neuer und Alter Welt entstehen lassen. Das Savoir-Vivre und die Lebensfreude seiner Bewohner haben mit einer Mischung aus spontaner Herzlichkeit und zwangloser Gastfreundschaft eine Mentalität geschaffen, die einmalig auf diesem Kontinent ist!
In Québec wird mehrheitlich Französisch gesprochen; fast überall jedoch, vor allem in den Städten, spricht oder versteht man auch Englisch. Katholisches und protestantisches Erbe sind stets gegenwärtig, vor allem in der sakralen Kunst und Architektur; aber auch zahlreiche andere Konfessionen haben im Laufe der Jahre zum kulturellen Reichtum der Provinz beigetragen. Neben den Nachkommen der französischen und englischen Siedler haben Einwanderer aus aller Welt über die Jahre hinweg ein buntes Völkergemisch entstehen lassen.
Der Großteil der rund sieben Millionen Einwohner lebt heute entlang des Sankt-Lorenz-Stroms. Etwa 70.000 Amerindianer aus zehn Stammesnationen sowie 9.000 Inuit leben in ca. 50 über das gesamte Gebiet der Provinz verstreuten Siedlungen.
Die Geschichte und Kultur Québecs haben den unverwechselbaren, bodenständigen Charakter dieses Landes geprägt. In Québec wird gerne gefeiert, wie der randvolle Veranstaltungskalender überzeugend beweist, und auch die Tafelfreuden spielen eine wichtige Rolle im Alltag der Québécois. Québec, das so gekonnt europäische und nordamerikanische Einflüsse vereint, ist ein idealer Nährboden für kreative Energien und außergewöhnliche kulturelle Vitalität, wie das reichhaltige Angebot an Literatur, Bühnenkunst, Malerei, Bildhauerei und Kunsthandwerk beweist. Das ganze Jahr über reflektieren zahllose Festivals die Qualität der einheimischen Kulturszene und die engen Beziehungen, die Kreative und Künstler aus Québec auf internationaler Ebene geknüpft haben.
Mehr Informationen: http://www.bonjourquebec.com