Quebec – Tagebuch einer Reise in Kanadas größte Provinz
Meine Frau, Claudia Wenzel, und ich hatten schon lange vor, endlich einmal nach Kanada zu reisen. Doch war es schwer, einen geeigneten Termin zu finden, da unsere Dreharbeiten meistens bis in den Dezember gehen. Und, obwohl die kalte Jahreszeit in dem populären Schlager „Winter in Kanada" gepriesen wird, wollten wir doch lieber die erste Reise dorthin im Frühling oder noch besser im Herbst wegen des „Indian Summer" unternehmen.
Nun traf es sich, dass wir beide im September 10 Tage frei hatten, für mich kam ein ‚Ersatzkapitän' auf die „Albatros" in der ZDF-„Küstenwache", meine Frau hatte gerade die letzten Drehtage bei „In aller Freundschaft" abgeschlossen.
Also nichts wie hin nach Kanada, nach QUEBEC!
Was würde uns erwarten? Das Klischee: horizontweite Wälder in denen Holzfäller in blau/ weiß-oder auch anders-karierten Hemden, whiskytrinkend ihrem gefahrvollen Job nachgehen, Elche zumeist auf Straßen laufen, Bären Lachse fangen und genüsslich verspeisen, riesige Seen und reißende Flüsse, die sich durch zerklüftete Bergschluchten ergießen, Wale, die Giganten der Meere, die sich übermächtig aus der tosenden See erheben.......?
Es sei schon vorweggenommen, das alles ist Kanada, ist Quebec, zu unser aller, der Touristen Glück, aber es ist noch viel, viel mehr ...
1. Tag
Schon der Hinflug mit Air Canada war eine wahre Freude. Breite, bequeme Sitze, sehr guter Service, freundliche Flugbegleiter, die in beiden kanadischen Sprachen, Französisch und Englisch mit ihren Passagieren sprechen. Ein weiteres Klischee hätte ich fast vergessen: in der Provinz Quebec spricht man nur Französisch. Auch dieses trifft nicht zu. Fast alle ‚Québecois' sprechen beide Sprachen, und wenn mal wirklich jemand, aus welchen Gründen auch immer, nur Französisch kommunizieren möchte, so ist stets jemand da, der auf Englisch hilft.
Ankunft auf dem Flughafen, alles läuft reibungslos, terrorismusverdächtig scheinen wir nicht zu sein, und so lässt man uns nebst Gepäck passieren. Herrliches Wetter, eine Wohltat, nachdem wir Deutschland bei dem für die Jahreszeit typischen Schmuddelwetter verlassen hatten.
2. Tag
Natürlich haben wir etwas länger geschlafen und dann ein obstreiches Frühstück zu uns genommen, um ausgeruht in den Tag zu gehen. Zunächst steht ein Museumsbesuch auf unserem Programm, das Pointe-à-Callieres-Museum für Archäologie und Geschichte Montreals. Ein sehr modernes, liebevoll gestaltetes Museum, in dem wir viel über diese 2. Siedlung europäischer Einwanderer in diesem Teil Nordamerikas erfahren.
Für mich sehr überraschend, das diese mit den vielzähligen Indianerstämmen sofort einen Friedensvertrag schlossen, wissend, daß nur im Frieden und mit gegenseitiger Achtung Handel, Zusammenleben und Entwicklung der Ansiedlungen möglich sind. Meines Wissens ist ein derartiger Friedensvertrag einmalig in der Geschichte der in den seltensten Fällen friedlichen Einwanderung und Eroberung neuer, fremder Kontinente. Aber meine Geschichtskenntnisse sind nicht sehr gut, also mag es noch die eine oder andere Ausnahme gegeben haben.
3. Tag
Eine vierstündige Radpartie steht auf dem Programm, auf sehr gut ausgebauten Radwegen geht unsere Tour an Kanälen vorbei bis hin zu einem großen Freizeitpark, der auf der einen Seite an eine lauschige Bucht grenzt auf der andern an den Lorenzstrom, auf dem große Schiffe ihren Weg suchen. Viel gepflegtes Grün, alles sehr sauber und eine herrliche Stille. (Das fällt übrigens auch überall auf, es ist sehr sauber, als Berliner hat man dafür ein besonderes Auge.)
4. Tag
Wir hätten Montreal nicht gesehen, wären wir nicht in der unterirdischen Stadt gewesen. Hier kann man bummeln, shoppen, wohnen in Hotels, die einen direkten Zugang haben, mit der U-Bahn fahren ohne, dass man an die Oberfläche muß. Dort kann es gerade zur Winterzeit sehr ungemütlich werden-über -20 Grad, stürmisch, sehr viel Schnee.
5. Tag
Noch ein kurzer Bummel durch die belebten Strassen und Gassen Montreals und dann fahren wir zum Bahnhof, um mit dem Zug nach Quebec City zu reisen. Der Zug ist pünktlich und bequem, allerdings in Fragen Tempo und Ausstattung nicht mit unseren ICEs zu vergleichen, wenn diese denn pünktlich sind.
Vorbei an Wäldern, Wiesen und Feldern geht die Fahrt. Das ständige Tuten der Lok dient sicherlich der Sicherheit der Wildtiere, die es ja überaus zahlreich geben soll. Auf jeden ‚Québecois' kommt mindestens ein Biber, bei Elchen und Bären ist das Verhältnis nicht so ‚ausgeglichen', doch wir bekommen nur einige Rehe zu sehen.
6. Tag
Wir unternehmen eine Kutschfahrt, erfahren viel über die Geschichte der Stadt, aber vor allem genießen wir den Anblick der ihren 400sten Geburtstag feiernden Altstadt. Ja, sie wurde von Europäern erbaut, aber dennoch, ich weiß nicht wie ich's erklären soll, wirkt sie auf mich nicht europäisch. Und das macht für uns auch den Reiz aus, denn alte Städte haben wir in Europa zu unserem Glück sehr viele.
7. Tag
Endlich geht es in die Natur. Endlich, weil ich eigentlich kein ‚Stadtbesucher' bin sondern die See, Berge und Wälder bevorzuge. Allerdings muß ich zugeben, dass ich keinen einzigen Tag in Quebec City und Montreal bereue.
Wir fahren in einen kleinen Künstlerort - Baie Saint-Paul- entzückend, malerisch. Was Wunder, denn hier leben viele Maler.
8. Tag
Nach einem fruchtigen Frühstück auf der Terrasse, machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Abenteuer- in den Abenteuer-Park „Les Palissades". Hier erwartet uns ein echter Bergsteiger, ein Mount Everest- Bezwinger, der gerade dort war, als ein deutscher Bergsteiger vor wenigen Monaten tödlich verunglückte.
Mit heiterer Freundlichkeit empfängt er uns und erklärt uns, was jetzt auf uns zukommt. Wir werden, selbstverständlich perfekt gesichert, an einem Seil hängend in 20 Metern Höhe über einen tiefen, sehr kalten See „rollen". Gesagt getan. Leider geht es viel zu schnell. Wir wären gern noch einige Male „rübergerollt", mit hohem Adrenalin-Ausstoß, vor Freude jauchzend, aber die Zeit drängt, da wir noch etwas ganz Außergewöhnliches vorhaben.
9. Tag
Tag Mit dem Zug zurück nach Montreal, an besagten „brennenden Wäldern" vorbei.
Hier angekommen, findet meine Frau endlich ein wenig Zeit für's Shoppen ( sämtliche große Marken sind hier natürlich vertreten). Für unseren Abschiedsabend haben wir uns das „Newtown" ausgesucht. Besitzer ist der Formel I- Rennfahrer Jacques Villeneuve. Der ist leider nicht da, aber der Koch, und der ist sehr gut. Wie sein Chef im Boliden ist er am Herd.
10. Tag
Noch ein letzter Spaziergang durch Montreal, vorbei an unzähligen Kirchen, die Stadt hat davon über 270, in die Altstadt. Einige Souvenirs, natürlich den Maple-Sirup für die zu Hause, mit der Kamera noch einige Eindrücke festhalten, ab ins Hotel, Koffer packen und dann zum Flughafen. Noch ein letzter Spaziergang durch Montreal, vorbei an unzähligen Kirchen, die Stadt hat davon über 270, in die Altstadt.
Rüdiger Joswig in Québec
Rüdiger Joswig ist den meisten Fernseh-Zuschauern bekannt aus der ZDF-Serie "Küstenwache", für die er derzeit die 10. Staffel dreht. Davor hat Joswig in vielen bekannten Produktionen wie "Tatort", "Doppelter Einsatz", "Das Traumschiff", "Ein Bayer auf Rügen" oder "Wolffs Revier" mitgespielt. Auch auf den Theaterbühnen Deutschlands ist Rüdiger Joswig immer gut vertreten.
Als Synchronsprecher leiht er Tom Berenger, Gary Oldman und Michael York seine Stimme.
Rüdiger Joswig ist Vater von vier Kindern und ist seit 2003 mit der Schauspielerin Claudia Wenzel verheiratet.
Im September reist er zusammen mit seiner Frau für 10 Tage in die Belle Province Québec, um deren Schönheiten in Montréal, Québec und Charlevoix zu entdecken. Wir wünschen ihm und seiner Frau beste Unterhaltung!
Anschließend wird Rüdiger Joswig exklusiv für Sie in einem Reisetagebuch über seinen Aufenthalt in Ostkanada auf diesen Seiten berichten.
Mehr Informationen:
www.ruedigerjoswig.de