Katja Ebstein
Meine Botschat zu abenteuerlichen Sprüngen über verschiedene Zeitzonen hinweg und zu der atemberaubenden Schönheiten der Westküste Kanadas, British Columbia, und den einzigartigen Nationalparks von Alberta.
Hier können sich die sehnsüchtigen Flügel der menschlichen Seele nach Unberührtheit und Ursprung allen Seins noch frei entfalten; hier in jenem nördlichen, zweitgrößten Land der Erde mit dieser fast unbeschreiblichen, gottseidank noch immer nicht zu bändigenden Natur. Wildschön und respektfordernd für alles Leben. Hier ist alles noch möglich, was wir Menschen nicht mehr für möglich halten.
Kanada und die Indianer
Das ist mir wichtig:
Kanada und die Indianer gehören in meiner Vorstellungswelt untrennbar zusammen. Ich liebe Indianer - seit meiner Kindheit fasziniert mich die Weisheit dieser Menschen, die immer versucht haben, mit der Natur im Einklang und in enger Verbindung zur Mutter Erde zu leben. Ihr natürliches Wissen um die Dinge, das unserer so genannten Zivilisation längst abhanden gekommen ist, wenn wir es je hatten, birgt eine Vielfalt von Möglichkeiten zur Gesundung unseres Planeten und seiner Bewohner. Aber darüber später noch.
Katja Ebstein
Meine schnelle Woche in Kanada
"Sieben Tage in Nova Scotia an der Ostküste, auf Inseln und Halbinseln vor dem Wind"
Im Zeitraffer durch eine noch als Geheimtipp geltende kanadische Provinz, das landschaftlich sehr reizvolle Nova Scotia - Neu-Schottland, am wilden Atlantik. Mitten hinein in die schönste Jahreszeit Kanadas, wie ich meine, in das goldene Licht des Indian-Summer.
Der Flug Frankfurt - Halifax dauert nur gute fünf Stunden und doch landet man in einer buchstäblich neuen frischeren Welt. Es war angenehm warm als wir aus der Maschine stiegen, und die Sonne blieb uns treu bis zur Rückreise, eben Indiansummermäßig.
Seit Jahren hab' ich diesen Traum: Irgendwann im Herbst durch die rotorange glühenden Wälder Kanadas zu laufen - Glückverloren in diesem unbeschreiblichen Farbenrausch unberührter Natur. Ich wollte dieses Land erfühlen mit allen Sinnen. - Dazu braucht man einfach mehr Zeit.
Die ersehnten, in voller Farbe brennenden Ahornbäume wachsen in Nova Scotia nicht als Wald, doch die vereinzelten Exemplare, die ich dort fand waren ein erster Vorgeschmack für weitere Reisepläne.
Tag 1: Halifax
„Von Buddhisten und Sonstwiegläubigen"
Halifax, Regierungssitz der Provinz Neu-Schottland, ist eine lebendig pulsierende Stadt und der Hafen einer der größten Handelshäfen der Welt. Hier landeten unter anderem die ersten europäischen Einwanderer, unter ihnen auch viele Deutsche. Dieser Ort ist Nova Scotias quirlige Metropole, Garten- wie Hafenstadt. Hier ist viel Platz für weitläufige Parks und Grünanlagen. Auch Friedhöfe, offen angelegt, gehören wie selbstverständlich ins Stadtbild.
Tag 2: Halifax
„Die lang ersehnte wunderbare Leichtigkeit des Seins"
Dieses waldreiche Land mit seinen Hügeln, den zahllosen Flussläufen und Meeresarmen und dem rauhen Atlantik; mit den romantischen kleinen Ortschaften, gesäumt von bunten Häusern aus Holz im Gingerbreadstil, den leuchtend weißen hölzernen Kirchen jeglicher Architektur, vor allem den entspannten Menschen: Das alles ist für uns hektische Nordeuropäer ausgesprochen beruhigend und erholsam.
Tag 3: Peggy`s Cove
„Das kleinste Postamt der Welt"
Der nächste Tag gehörte einem Abstecher über die landschaftlich berühmte „Leuchtturmroute" nach „Peggy`s Cove". Auf den riesigen rundgewaschenen Felsen, vom Atlantik meist sturmumbraust, steht ein kleiner weißer Leuchtturm mit roter Kappe. Bunt bemalte Häuser und kleine Fischerboote im geschützten Hafen bilden ein traumverlorenes Idyll.
Tag 4: Mahone Bay
„Lebendige Museen"
Nächste Übernachtung: Oak Island Inn Ressort, eine gemütliche Hotelanlage zwischen Wald und Strand an der Südküste.
Ich bin früh aus dem Bett gefallen, um von der Terrasse meines Zimmers einen überwältigenden Sonnenaufgang über dem Meer nicht zu verpassen.
Lunenburg
„Schützender Mantel Gottes"
An jeder Ecke der Stadt Lunenburg finden sich die reizvollsten Fotomotive. Historische Häuser, wunderschöne Kirchen, die im Hafen liegenden Schoner aus dem 19. Jahrhundert bieten sich geradezu an. Und alles leuchtet in bunten Farben um die Wette. Leise wachsender Tourismus, Fischerei und Schiffsbau lassen auch hier die Wirtschaft florieren.
Tag 5: Brier Island
„Demut vor den größten Tieren der Welt"
Ein unvergessliches Erlebnis und Höhepunkt dieser Reise war für mich das Beobachten der Wale im Atlantik. Von Brier Island ging es mit einem kleinen Schoner hinaus aufs offene Meer in der vagen Hoffnung, dass wir die riesigen Meeressäuger zu Gesicht bekommen würden. Wir hatten Glück.
Tag 6: Annapolis Royal
„Historisches & Handwerkskunst"
Nächstes Ziel: Annapolis Royal, die alte Hauptstadt Nova Scotias, ist eine der ältesten indianischen Siedlungen, der Mi'kmaq. Ein Stammesangehöriger zeigte uns Rituale und aus dem Ursprung seines Volkes stammende Kunstfertigkeiten, z.B. das Herstellen von Traumfängern; ein fragiles Spinnennetz aus Lederfäden zum Abwehren oder Einfangen von Albträumen, soll sehr wirksam sein.
Hall´s Harbour
„Lobster´s Kindergarten"
Nach diesem amüsanten, kurzweiligen Zwischenstopp landeten wir in der Heimat der Lobster, in der Halls Harbour. Interessant und vor allem lukullisch war der Besuch im Hafen und im Lobster - Point. Hier wurden uns Lobster in allen Größen vorgeführt.
Tag 7: Wolfville
„Wohnen im Stil der Queen Victoria"
Dann ging der Trip nach Wolfville ins Hügelland. Ein kleines Bergdorf, eingebettet inmitten von großzügig angelegten Obstplantagen. Geerntet wird ein vorzüglich süßsäuerlich schmeckender Apfel. Und daraus macht der Banker-Winzer wieder köstliche Getränke.
Windsor
„Kürbisfelder und heitere Friedhöfe"
Die größte Kürbisplantage Kanadas sollten wir am nächsten Tag bewundern, in Windsor. Der freundliche Kürbisgärtner war im letzten Jahr stolzer Weltmeister im „Kürbiszüchten", sprich, er hat den größten Kürbis wachsen lassen. Man glaubt nicht, wie groß diese gelben Gurken werden können.