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Ulrike Kriener liebt Kanada

Die beliebte deutsche TV-Kommissarin Ulrike Kriener hat ihren Urlaub
mit Familie in Kanada verbracht. Sie besuchte Dinosaurier,
Shopping-Tempel, Ranches - und fuhr mit dem VW Touareg und Wohnmobil
durch die Heimat der kanadischen Rocky Mountains - Alberta. Lesen Sie
ihre bewegenden Aufzeichnungen zu 21 Tagen Traumurlaub.

Ulrike Kriener Alberta 2008

Ulrike Kriener, bekannt durch den Film "Männer" von Doris Dörrie und heute im Fernsehen aktiv in der Rolle als Kommissarin Ellen Lucas, hat gemeinsam mit ihrer Familie im Sommer 2008 Urlaub in Alberta gemacht. Neben einer Wohnmobilreise unter anderem auf eine Working Ranch, auf der sie, Originalton: einige der schönsten Tage ihres Lebens verbracht hat, genoss sie in einem Touareg die endlose Weite der Rocky Mountains-Provinz. Fünf Minuten dieser Reise sehen Sie exklsuiv bei uns.

Tag 1 in Alberta

An diesem Tag sind alle Standesämter knackevoll, warum wohl? Genau, das Datum! Wurscht, wir sollen um 15.00 Uhr nach Calgary fliegen, und, oh Wunder, um 17.00 Uhr dort landen. Viel zu früh am Flughafen. Aufgeregt. Noch fix und fertig vom Kinderausweis suchen. Erstmal durchatmen, dann rein in den Flieger, mein Sohn Paul freut sich schon auf die Filme, das gute Mikrowellen-Essen. Mein Mann Georg und ich wollen eigentlich nur die neun Stunden Flug überleben. Verdammt, die Kompressionsstrümpfe sind im Koffer, und den hab' ich aufgegeben.

Eigentlich haben wir ja Zeit gewonnen, aber was soll man mit der anfangen, wenn man so übermüdet ist. Fix und foxi fahren wir mit dem Taxi nach Calgary Downtown ins Hotel Fairmont Palliser, einem beeindruckenden Schuppen aus den vierziger Jahren. Wir wollen wach bleiben! Gepäck abladen, wieder aus dem Hotel, und mal gucken, was hier so los ist.

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Tag 2 in Alberta

Geschlafen wie die Murmeltiere. Reichhaltiges Frühstück im Hotel. Um 10.30 zu „Fraserway", bei denen wir unser Motorhome abholen wollen. Klappt ja alles wie am Schnürchen. Die Damen dort sind außerordentlich nett und sprechen erstaunlicherweise alle Deutsch. Gerade für die Einführung in alle Funktionen des Wohnmobils nicht übel.

Wir haben zwar Erfahrung mit Wohnmobilen und wundern uns nicht über das prickelnde Braun-Beige-Design, mit dem der Innenraum gestaltet ist, aber ein riesiger Kühlschrank, und vor allem der geniale „Slide Out" ( das ist ein Teil, das man per Knopfdruck ausfahren kann, um den Innenraum zu vergrößern) begeistern uns vollkommen.

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Tag 3 in Alberta

Ach herrje! Diese Wohnmobilnächte! Ich hab' gefroren und die Matratze ist zu dünn. Mein Rücken tut weh. Da muss noch einiges optimiert werden. Nach dem Frühstück machen wir einen kleinen Spaziergang durch eine Schlucht am Fluss entlang zum Stausee. Das Wetter ist ein wenig wackelig. Wir entscheiden nach Banff zu fahren.

Ich fahre. Paul sitzt neben mir. Georg geht nach hinten. Schöne Fahrt, diese leeren Highways sind der Hammer. Die Fahrt könnte so relaxed sein, wenn Georg nicht versuchen würde, seinen Computer zu starten. Der will nämlich nicht. Und Georg lässt keine Ruhe, ruft vergeblich seinen Computerfreund in der Schweiz an( auf dem Handy der Wahnsinnige!), und schimpft wie ein Rohrspatz... über den Computer, meinen Fahrstil, und was ihm sonst noch so einfällt.

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Tag 4 in Alberta

Das Wetter ist leider nicht so doll. Meine beiden Männer gucken etwas bedröppelt. Also pack' ich unverdrossen das Touri-Programm aus. Zuerst müssen die Beiden mit der Gondola hoch auf den Berg. Schön ist es dort, aber ein bisschen kalt. Einen gigantischen Ausblick hat man da - ließen sich doch nur ein paar von den Wolken wegschubsen. Was man sieht: Banff ist in die Wildnis hineingestellt. Ringsherum die Talböden unerschlossen, keine Wege, keine Verdrahtung. Eine kleine Wetterstation gibt es hier oben, die als Museum eingerichtet ist, der Anziehungspunkt für unendlich viele, bunte Japaner, die alles fotografieren, was sich nicht wehren kann.

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Tag 5 in Alberta

Wow, knallblauer Himmel! Kalt, aber sonnig. Wir fahren Richtung Süden, weil wir uns für drei Tage auf einer Ranch angemeldet haben. Wir wollen Fly-Fishing und Reiten probieren. Fischen ist ja ok, aber Reiten?

Paul saß noch nie auf einem Pferd, meine Reiterfahrung ist zu vernachlässigen und Georg wird auch plötzlich nachdenklich. Aber dann die Route 22. Sonne bricht durch, wir kommen in eine unfassbar schöne Landschaft, Prärie, sanft, hügelig, weit und immer rechts neben uns die Ausläufer der Rockies. So was Schönes hab' ich selten gesehen. Wir folgen der Wegbeschreibung bis zum „Old Man River". Dann „on the top of the Hill" müssten wir eigentlich links abbiegen. Sehr witzig. Da ist doch nix. Nur eine graue, staubige Schotterpiste, die anscheinend ins Nirgendwo führt.

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Tag 6 in Alberta

Herrlich geschlafen. Wunderbares Frühstück von Celine: Pancakes mit Blaubeeren, selbstgemachtes Müsli, Obst, selbstgebackenes Brot... das Paradies. Um neun Uhr kommt Will, unser Guide fürs Fly-Fishing. Bisserl streng ist er und ein passionierter Angler. Mit dem brauchen wir uns ohne Fisch gar nicht erst nach Hause zu wagen.

Wir gehen runter mit ihm zum Fluss und versuchen unsere ersten Lektionen zu lernen. Schön locker die Angel auswerfen, und bei dem Schwung nicht hinten auf die Felsen knallen lassen - dann gehen die Fliegen kaputt - und die sind, scheint mir, fast das Hübscheste an der ganzen Angelegenheit, außer der Landschaft natürlich. Und obwohl ich bis zum Po im kalten Wasser stehe, genieße ich es, den ganzen Tag mit den Männern durch den Fluss zu waten und immer wieder meine Angel auszuwerfen. Hat was Meditatives. Ich habe den Eindruck, auch die Forellen sehen unsere Angelversuche ganz locker. Sie beißen ganz zart an und hauen dann wieder ab. Irgendwie find' ich das in Ordnung. Wir dürfen sie ja eh nicht essen (Naturschutz). Das nimmt der ganzen Sache natürlich etwas den Biss.

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Tag 7 in Alberta

OK, das war's mit Kanada. Nichts werden wir uns mehr anschauen! Wir bleiben für immer hier. Was soll denn noch interessant sein, wenn alles, was an Träumen über den wilden Westen in uns schlummert, hier Wirklichkeit wird.

Nach Celines Frühstück holt uns Max ab und zeigt uns seine Ranch. Pferdekoppeln, Tiere, ein riesiges Areal, wo selbst seine 24 Autos kaum auffallen (er hat sogar ein eigenes Feuerwehrauto). Wir trinken noch einen Kaffee auf der Terrasse seines Wohnhauses, dann geht es los!

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Tag 8 in Alberta

Etwas widerwillige Abreise in den Waterton Nationalpark. Lockere anderthalb Stunden Fahrt durch die unglaublich schöne Prairie und die Rocky-Ausläufer. Unser Campground (Camprell) ist sehr schön und idyllisch an einem Bach gelegen. Wir müssen uns ein wenig die Beine vertreten (Muskelkater!) und machen einen Spaziergang zum nahe gelegenen See. Paul, der Mutige, geht sogar rein. Georg und ich sind heute etwas zarter besaitet und finden das Wasser zu kalt. Wir haben ja auch nicht so ein dickes Fell wie das Vieh, das da hinten im Wasser schwimmt. Ein Biber? Quatsch viel zu groß! Ein Bär? Blödsinn, das hat doch Hörner. Auf jeden Fall größer als ein Hirsch, und auf jeden Fall fotografieren. Boah, ich glaub es nicht, das ist ein Moose! Ein Elch. Ich werd' verrückt! Gemächlich steigt das Tier aus dem Wasser und verschwindet im Wald.

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Tag 9 in Alberta

Heute ist „Mama-Tag". So heißen die Tage, wenn Paul und Georg sich darauf besinnen, dass man bei so heißen Temperaturen wie heute, ca 36°, nicht unbedingt 6-stündige Wanderungen machen muss, bei denen 900 Höhenmeter zu überwinden sind. Natürlich immer mit der Sorge im Kopf, dass einem da mal ein Grizzly freundlich die Hand auf die Schulter legt.

Also, nur mir zur Freude verzichtet man heute auf solch tolle, männliche Unternehmungen, um mit mir ins nette, verschlafene Waterton zu fahren. Da darf man dann durch den Ort schlendern, auf einer Bank sitzen, Eis essen und sich heimlich über amerikanische Touristen lustig machen. Outdoorläden werden durchwühlt, und die Männer kriegen Canada-T-Shirts. Als ich mir allerdings knallrote Wasserschuhe kaufe, sind die beiden fassungslos. Wann willst du die denn anziehen? Du wirst doch in Deutschland niemals Forellen angeln... oder? Wer weiß!

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Tag 10 in Alberta

Jetzt stehen wir also mit unserem Motorhome auf der Ranch von Max. Wasser kriegen wir von ihm und Strom. Wie auf einem Campground... nur viel schöner.
Wenn wir aufwachen, sehen wir gleich die Pferde und Pixie. Der Bordercollie freut sich ein Loch in den Bauch, wenn wir morgens die Tür öffnen.

Brenda ist nach Calgary gefahren, um ihre Nichte Meredith vom Flughafen abzuholen. Die Wartezeit, bis wir alle zusammen zum Rodeo nach Pinscher Creek fahren, verbringen die Männer damit, Paul das Fahren von einem Quad oder Buggy beizubringen. Wann habe ich das letzte Mal meinen Paul so stolz grinsen sehen? Unglaublich, was er hier alles lernt und machen darf. Reiten, Schießen, Auto fahren... sein Selbstvertrauen, scheint mir, wächst stündlich. Wie schön, ihn so zu sehen.

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Tag 11 in Alberta

Um Himmelswillen, wer ballert denn morgens um sechs Uhr an unser Motorhome? Ach ja, Max weckt Paul, um mit ihm einen unfassbar großen Truck zu holen. Cirka fünfzig Rinder passen da rein. Die anderen, Georg und ich, satteln um 7:30 Uhr die Pferde. Unsere Aufgabe: Eine Herde, bestehend aus 380 Rindern und Kälbern (sehr weitläufiges, hügeliges und dadurch unübersichtliches Gelände), in eine Koppel treiben, wo schon der Truck bereit steht, um die Tiere mit mehreren Fahrten auf eine andere Weide fahren, auf der morgen das Branding der Kälber stattfinden soll. Hört sich doch eigentlich ganz easy an! Aber was dann folgte war Chaos pur, und die ganze Geschichte entwickelte sich erheblich komplizierter.

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Tag 12 in Alberta

Heute ist Branding, der große Tag. Ich bin sehr gespannt. Bevor es losgeht, müssen wir, inzwischen schon wahnsinnig erfahrene Cowboys and -girls, noch ein paar Kühe von der Weide wegtreiben, auf der das Branding stattfinden wird. Gottseidank, im Gegensatz zu gestern klappt das heute problemlos und entspannt. Dass wir eigentlich erst den dritten Tag im Sattel sitzen, vergessen wir in diesen Momenten. Die Vorbereitungen gehen leicht von der Hand: Das Trennen von Kühen und Kälbern, das Bereitstellen von Utensilien, wie Brenneisen und Gasflasche. Impfstoffe werden auf riesige Spritzen aufgezogen, und auf der Ladefläche eines Trucks stehen Getränke und Snacks für alle Beteiligten bereit.

Und dann kommen sie: Die Cowboys mit ihren Trucks und alle anderen, die helfen werden. Freunde, Nachbarn und Bekannte. Insgesamt ca. 20 Leute. Alle, die heute hier sind, arbeiten umsonst mit. Ihr Lohn ist die Hilfe, die sie umgekehrt von Max erwarten können.

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Tag 13 in Alberta

Früh aufstehen, Adressen tauschen, Umarmungen. Sehe ich Tränen bei meinen Männern? Paul bekommt zum Abschied eine Gürtelschnalle der Anchor B Ranch geschenkt. Emotion. Anyway: Rückfahrt nach Calgary.

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Tag 14 in Alberta

Ist es zu fassen... heute regnet es. Und wie! Genau der richtige Tag für Museumsbesuche. Ein recht neues Museum haben wir als erstes auf unserem Plan. Das Blackfoot Crossing Historical Park, 2007 eröffnet, ist ein riesiges Freilichtmuseum auf einem 24 Quadratkilometer großen Areal. Hier kann man alles über das Leben, den Alltag der Blackfoot erfahren. Gleichzeitig dient das Museum auch den Indianern als Treffpunkt, um mit Tänzen, Erzählungen und Theateraufführungen die Erinnerungen an die eigene Kultur wach zu halten und zu pflegen. Wie stark meine Vorstellungen vom indianischen Leben von Filmen, Western natürlich, geprägt sind, denke ich mir. Die alten Fotos, die hier hängen, wie als hätte sie ich alle schon gesehen.

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Tag 15 in Alberta

Heute starten wir unsere Rundfahrt durch die Rockys... Abfahrt zum Lake Louise. Es ist zwar etwas kühl, aber die Sonne scheint, und darum haben wir das Glück, den weltbekannten See in atemberaubendem Türkis leuchten zu sehen. Wunderschön ist das, keine Frage. Aber das finden die vielen Japaner natürlich auch, die sich kichernd vor der imposanten Kulisse fotografieren lassen. Für meinen Geschmack einfach zu viele. Die geniale Idee ist: Einfach ein Kanu mieten und raus auf den See! Hier ist es still, kühl...der Anblick des Gletschers so erhaben. Es ist halt so... um Natur genießen, aufnehmen zu können brauche ich Einsamkeit. Und die habe ich hier... auch inmitten Hunderter Japaner.

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Tag 16 in Alberta

Mein Mann ist ja ein Bergfex, und ich nun mal nicht so doll. Ich dachte, dass hätten wir geklärt. Aber heute hat er einen Trumpf im Ärmel : Heli- Hiking!

Georg und Paul sind außer Rand und Band, bekommen mich die beiden doch heute ohne Tränen und Schreierei über die Baumgrenze. Das ist einmalig. Ja, doch, so könnte ich mir das in good old Europe auch vorstellen: Hochfliegen, paar Stunden gemütlich wandern, Dickhornschafe angucken, sich ein paar Stunden von einem charmanten Guide Fauna und Flora erklären lassen, und wenn ich keine Lust mehr habe, geht's mit dem Hubschrauber wieder runter. Super Sache!

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Tag 17 in Alberta

Die Straße nach Jasper gehört sicher zu den schönsten der Welt. Der ständig wechselnde Anblick der Berge, Gletscher und Seen auf unserer Fahrt lässt mich nicht müde werden. Unterwegs Zwischenstopp an den Columbia Icefields. Sehen schon gigantisch aus die Gletscher, aber seltsamerweise beeindrucken sie mich eher aus der Distanz. Wir fahren mit riesigen Fahrzeugen, den Ice-Explorers, auf den Gletscher. Und da wird das Gigantische auch sehr schnell banal: Wir trippeln zusammen mit zweihundert anderen, meist japanischen Touristen, die auch hier gerne Flip Flops tragen, über das Eis. Zwanzig Minuten. Und weiter geht's..

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Tag 18 in Alberta

Oje, die Wolken hängen tief. Ob das gut geht heute mit der geplanten Rafting- Tour? Aber wie so oft, das Wetter ändert sich schnell. Und schon sitzen wir in dem alten, gelben Bus unserer Rafting-Crew. Und da ist es wieder: Georg und Paul sind natürlich in den Alpen schon geraftet, für mich ist es das erste Mal. Ich tue so, als hätte ich kein Problem, auch wenn Georg und Paul von gigantischen Stromschnellen, turmhohen Wasserfällen und lebensgefährlichen Felszacken in tosenden Wassermassen schwärmen.

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Tag 19 in Alberta

Wir verlassen den Jasper Nationalpark Richtung Edmonton. Wehmut. Weg aus Bergen und Prairie, zurück in eine Stadt, schon ein kleiner Abschied. Ein Trost ist das Hotel. Toller Ausblick aus dem neunzehnten Stockwerk.

Tag 20 in Alberta

Gleich morgens gehen Paul und Georg in dem Wasserpark der West Edmonton Mall schwimmen. Ich fahre zum Edmonton Park. Bisschen eine Verlegenheitslösung, weil mir heute etwas mehr nach Ruhe ist. Bin angenehm überrascht. Eigentlich habe ich das Museum nicht so schön erwartet. Einfach klasse, wie genau und liebevoll hier die Lebenswelt der Pioniere rekonstruiert ist.

Ich schlendere durch originalgetreue Straßen aus verschiedenen Zeiten, schaue durch Fenster bis ins letzte Detail eingerichteter Wohnräume und Geschäfte. Ich schaue Menschen in Original-Kostümen zu, die kochen, Feuer machen, Tiere hüten, Fahrzeuge reparieren und auf meine Fragen aus ihren (fiktiven) Leben erzählen. Lernen durch Erfahren. Darum geht es auch hier wieder. Gutes Konzept. Dass hier auch noch der Original-Zug fährt, in dem Brad Pitt und Angelina Jolie die Geschichte von Jesse James gedreht haben, lässt einige begeisterte Ladies aufjuchzen.

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Tag 21 in Alberta

Rückreise nach Calgary. Wir nehmen uns Zeit für die Rückfahrt, reden wenig.
Jeder hängt seinen Gedanken nach. Wir hatten glückliche Wochen hier... kein einziges Buch haben wir gelesen, keinen Streit gehabt.

Ich sehe meinen Paul im Rückspiegel, vor ein paar Wochen noch ein recht schweigsamer, von der Schule ermatteter Junge, der hier so viel Selbstbewusstsein getankt hat, der unbekümmert und auf Englisch keinen Kontakt mehr scheut, nun zu einem Jung-Cowboy mutiert, an dem ich meine Freude habe.

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Ulrike Kriener reist nach Alberta

In Kürze wird die bekannte TV-Schauspielerin Ulrike Kriener hier ihr persönliches Reisetagebuch veröffentlichen. Denn diesen Sommer steht zum ersten mal ein Urlaub in Kanada auf ihrem Programm. Gemeinsam mit Ehemann und Sohn wird sie in die kanadische Provinz Alberta reisen und drei Wochen mit dem Wohnmobil die Provinz erkunden, dabei die atemberaubende  Vielfalt der Natur kennen lernen und mit ihrer Familie gemeinsam ein neues Land für sich erobern. Lesen Sie nachfolgend, was Frau Kriener sich von ihrem ersten Kanadaurlaub erwartet und worauf sie sich besonders freut.

Und seien Sie gespannt,  was Ulrike Kriener nach ihrer Rückkehr aus Kanada alles von ihrer Urlaubsreise zu berichten hat. Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr, auf die Eindrücke, die sie dort sammelt und für uns in ihrem Reisetagebuch festhalten wird.

Ulrike Kriener im Interview

1. Frau Kriener, wir freuen uns sehr, dass Sie unsere Einladung, Kanada kennen zu lernen, angenommen haben. Aus welchem Grund freuen Sie sich auf die Reise im Sommer nach Alberta? Was versprechen Sie sich von Kanada als Urlaubsdestination? Welche Assoziationen setzt Kanada bei Ihnen frei?

Wenn ich an Kanada denke, denke ich an Freiheit an eine spektakuläre saubere Natur an Ungebundenheit, einen weiten Blick, Indianer und Cowboys und Tiere. In einem solchen Land fällt es leicht zur Ruhe zu kommen und mit der Familie zusammen ein mir völlig neues Land zu entdecken.

2. Sie reisen in den ersten zwei Wochen mit dem Wohnmobil durch Alberta. Was macht diese Reiseform für Sie so spannend?

Mit dem Wohnmobil können wir selbst das Tempo bestimmen, außerdem lebe ich gerne draußen. Ich finde es wunderbar draußen zu schlafen und die Gerüche und Geräusche der Natur mit in den Schlaf zu nehmen. Außerdem stelle ich mir einfach vor, dass wir so sehr leicht neue, andere Menschen kennen lernen

3. Auf Ihre Reise nehmen Sie Ihre Familie mit, was denken Ihre beiden Männer über die bevor stehende Reise?

Die denken nur daran, dass sie reiten wollen, verschreckte Kühe durch die Wildnis jagen, Wildwasser-Rafting machen und selbst gefangene Lachse essen.

4. Auf welche Aktivitäten freuen Sie sich besonders in Alberta?

Ich werde mich wohl oder übel den Aktivitäten meiner beiden Männer anschließen und ansonsten freue ich mich auf Wanderungen, aufs Lesen und darauf, dass ich die Jagdbeute meiner Männer grillen werde.

5. Haben Sie ansonsten eine besondere Beziehung zu Kanada? Haben Sie vielleicht schon einmal dort gedreht?

Mein Mann war schon einmal in Kanada und hat eine Kajakfahrt den Yukon herunter gemacht. Aber für mich ist es das erste mal das ich nach Kanada reise. Gedreht habe ich dort noch nicht, obwohl ich weiß, dass das ZDF dort eine sehr erfolgreiche Reihe für das Abendprogramm produzierte, die Liebesgeschichten "Im Tal der wilden Rose"


Ulrike Kriener's Biografie

In Dramen und Komödien sind Frauen mit Tiefgang ihr Fach: Ulrike Kriener gehört dank ihrer enormen Wandelbarkeit zu den meist beschäftigten Charakterdarstellerinnen Deutschlands. Ihre besondere Fähigkeit, den Zuschauer innere Dramatik hinter der eher unauffälligen Alltagsfassade spüren zu lassen, trug ihr für mittlerweile über 70 TV- und Kinofilmen das einhellige Lob von Publikum und Kritik ein.
Ausgangspunkt der Karriere war die Hamburger Schauspielschule, die Ulrike Kriener von 1976 bis 1979 besuchte. Ein festes Engagement am Stadttheater Moers schloss sich an. 1983 zog es die gebürtige Bottroperin in den Süden Deutschlands, wo sie in Freiburg drei Jahre in einer eigenen Theatergruppe spielte, am dortigen Stadttheater und später im Residenztheater München gastierte.
Ein Film machte sie schließlich in ganz Deutschland bekannt: Doris Dörries Leinwandhit „Männer" katapultierte Ulrike Kriener und ihre Partner Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht in die erste Film- und Fernseh-Darstellerriege. Den Ehrentitel „Ausnahmeschau-spielerin" erwarb sich Ulrike Kriener mit Arbeiten wie mit dem mehrfach preisgekrönten TV-Film „Der Hammermörder", in dem sie 1990 unter der Regie von Bernd Schadewald agierte. Ihre Leistung als Ehefrau des Täters wurde mit einem Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet. Für die Rolle einer Berliner Sozialarbeiterin, die gemeinsam mit ihrer Tochter bei einer „Reise in die Nacht" (Regie: Matti Geschonnek) einen Horrortrip erlebt, erhielt sie 1998 den „Telestar". 2000 machte Ulrike Kriener als traumatisierte U-Bahn-Fahrerin von sich reden mit dem TV-Drama „Am Ende des Tunnels", für das ihr Mann Georg Weber das Drehbuch geschrieben hatte. Ihr komisches Talent, beinahe unmittelbar im Anschluß daran in Vivian Naefes Komödie „Männer häppchenweise" unter Beweis gestellt, wurde 2003 mit dem Deutschen Fernsehpreis für die beste Nebenrolle ausgezeichnet.
Im März des selben Jahres ging sie als ZDF-„Kommissarin Lucas" im idyllischen Regensburg auf Verbrecherjagd. Ihre Serienheldin wirkt sehr tough, fast schon hart. Doch Ulrike Kriener versteht es einmal mehr, allein mit einem Blick oder einer leicht veränderten Körperhaltung den Zuschauer erkennen zu lassen, was in der Polizistin vorgeht und wie viel der Job von ihr fordert.

Auszeichnungen und Preise

1989 Adolf-Grimme-Preis für "Der Hammermörder"
1998 TeleStar für "Reise in die Nacht"
2003 Deutscher Fernsehpreis für die "Beste weibliche Nebenrolle" in "Männer Häppchenweise"
2004 Der Goldene Gong
2005 Rencontre International de Télévision
        Bayerischer Fernsehpreis

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