1. Tag
Nach siebenstündigem Flug über das Meer, ich dachte immer Kanada ist viel weiter entfernt, fliegen wir, mein Mann Rüdiger Joswig und ich, die Metropole MONTRÉAL an.
Ein wunderschöner Blick auf die Skyline der Stadt am riesigen St.- Lorenz- Strom gelegen. Beeindruckend. Jetzt bin ich also auch in der Stadt, die 1976 die Olympischen Sommerspiele ausgetragen hat. Damals verfolgte ich als Leistungssportlerin des SC Chemie Halle alle Wettkämpfe im Fernsehen. War es doch mein Ziel, an Olympischen Spielen teilzunehmen. Nun ja, das hat nicht geklappt, aber jetzt bin ich hier und freue mich auf die größte französischsprachige Stadt nach Paris. Aber zum Glück wird überall Englisch gesprochen.
2. Tag
Von den vielen Sehenswürdigkeiten in Montreal - die Auswahl fällt bei dieser Vielfalt wirklich schwer - suchen wir uns heute das Museum für Archäologie und Geschichte aus. Ich bin total begeistert von diesem liebevoll, informativen, architektonisch umwerfend gestalteten Museum. Ein unbedingtes MUSS für alle Montréal-Besucher: Pointe-á-Calliére-Montréal, Museum of Archaeology and History.
3. Tag
Mein Geburtstag!
In dem wunderschönen Apart-Hotel wache ich an meinem Geburtstag auf. Die Sonne scheint an diesem Tag und der Blick über Montréal aus dem Hotelzimmer ist traumhaft. Mit meinem Liebsten gehe ich gemütlich frühstücken in einem der vielen Cafés rund um das Hotel, wo man überall hervorragend den Tag beginnen kann. Anschließend erfolgt ein Bummel durch die Altstadt am Hafen, 5 Minuten vom Hotel entfernt. - Tipp - : MARCHÉ BONSECOURS; hier gibt es viele Geschäfte, die Produkte aus Kanada verkaufen, vom berühmten kanadischen Ahornsirup, bis zum gestrickten Pullover.
4. Tag
Nach drei Tagen Montréal ist nun die Umgebung der Stadt für uns von Interesse. Am Vormittag unternehmen wir mit unserem sachkundigen Führer Sylvain Lacoursiere eine Radwanderung entlang des Canal Lachine. An vielen Ecken der Stadt kann man Räder ausleihen und so die Stadt auf andere Weise erkunden. Wir fahren bis ans Ende des Kanals, durch wunderschöne Parks, vorbei an Fabriken, die zu Wohnungen umgebaut wurden, sehen Teile der alten Hafenanlage und schauen dann auf den Lac Saint-Louis. Die lange Radtour wird mit einem herrlichen Panoramablick auf der einen Seite und mit einem atemberaubenden Blick auf die riesige Brück am Pont Honore Merciere auf der anderen Seit belohnt. Sylvain erklärt uns alles wunderbar, spricht hervorragend Deutsch (man kann übrigens viele Stadtführer buchen, die Deutsch sprechen) und er kennt unsere Heimatstadt Berlin sehr gut, da er dort einige Zeit lebte. Also noch mehr Gesprächsstoff.
5. Tag
Heute verlassen wir die Region Montréal und es geht mit dem Zug nach Québec. Dies ist die größte Provinz Kanadas - viermal so groß wie Deutschland. Nach 3 Stunden Zugfahrt durch Kanadas Wildnis und den herrlichen Indian Summer, erreichen wir gestärkt - im Zug wurde ein Lunch wie im Flugzeug serviert - die Provinzhauptstadt Québec City. Wir kommen an einem wunderschönen alten Bahnhof an, dem Gare du Palais.
6. Tag
Der Vormittag beginnt mit einer romantischen Kutschfahrt durch die Altstadt. Sie ist wirklich zauberhaft und zu Recht hat die UNESCO 1985 diese Stadt als besonders erhaltenswert ins Weltkulturerbe aufgenommen. Wir fahren an den vier Toren der Stadtmauer Québecs vorbei. - übrigens die einzige Stadt Nordamerikas, die über eine vollständig erhaltene Stadtmauer verfügt. Die historischen Bauten mit romantischem Flair laden zum Bummeln ein. Wir schlendern über den Künstlermarkt und ich kaufe ein paar Kleinigkeiten in der ältesten Einkaufsstraße Kanadas, dem Quartier du Petit-Champlain
7. Tag
Nach dem Frühstück fahren wir parallel zum Sankt-Lorenz-Strom die Straße „Route de Fleuve" entlang in die Region Charlevoix. 750 Meter über dem Meeresspiegel befinden wir uns jetzt. In diesem Gebiet, im Gebirge, gibt es eine der ältesten Ansiedelungen Kanadas. Wir fahren in den kleinen Ort Baie-Saint-Paul, indem viele Künstler leben, inspiriert von der Natur und der spektakulären Küste. In zahlreichen Ateliers kann man ihre Werke bewundern. Hier machen wir Station und besichtigen dieses malerische Dörfchen. Ich kann verstehen, dass all die Künstler bei dieser Farbenpracht der Ahornwälder - gerade jetzt im Indian Summer - beeindruckt sind und diese gewaltige Schönheit irgendwie festhalten möchten. Mein Vater ist auch Maler und er hätte seine Freude an diesen Farbspielen der Natur: in hellstem Gelb, bis zum strahlendsten Rot die Bäume, blauer Himmel, die tiefgrünen Seen, die braunen Bergketten und die bunten Dächer der Häuser. Hier möchte man bleiben.
8. Tag
Nach einem leckeren Frühstück im Hotel, von dem aus man eine fantastische Aussicht auf den Sankt-Lorenz-Strom hat, fahren wir zu einem weiteren Nationalpark, dem "Parc National Les Palissades“. Wieder geht es durch gold-gelb und rot-grün gefärbte Landschaften. Ich kann einfach von diesen Blicken nicht genug bekommen. Im Park werden wir von Francois Guy Thivierge empfangen. Er betreibt hier einen Abenteuer-Landschafstpark, wo man klettern, wandern und sich auf unterschiedliche Art und Weise abseilen kann.
9. Tag
Heute verlassen wir diese zauberhafte Region Charlevoix und ganz gewiss wird irgendwann mehr Zeit für all die noch nicht gesehenen Schönheiten in diesem Teil Kanadas sein. Ich könnte mir gut vorstellen einen verschneiten Winter, mit dem Gefühl unerreichbar zu sein, hier zu verbringen.
10. Tag
Heute geht es zurück nach Deutschland. Die 10 Tage sind wie im Flug vergangen.Ein letzter Spaziergang durch die Stadt in den alten Teil Montréals: Old Montréal –Tipp – Besuch der Notre-Dame Basilica. In der Kirche zünde ich eine Kerze für meine Oma Ida an. Mit ihr fühle ich mich sehr verbunden, habe ich doch das schauspielerische Talent von ihr geerbt. Sie wollte immer Schauspielerin werden und nun grüßt das Enkelkind aus allen Teilen der Welt auf diese Weise.Ein paar Minuten sitze ich da in dieser riesigen Kirche und bin dankbar für all die Erlebnisse der letzten Tage.
Claudia Wenzel in Québec
Claudia Wenzel hat ihre Wurzeln genau wie ihr Mann Rüdiger Joswig im Theater, 12 Jahre lang stand sie als festes Ensemble-Mitglied im Leipziger Schauspielhaus auf den Brettern, die manchmal eben die Welt bedeuten. Da Claudia Wenzel neben ihrer außerordentlichen schauspielerischen auch besondere gesangliche Fähigkeiten besitzt, wirkte sie in vielen Musicals mit und trat als Sängerin solo auf.
Zum Fernsehen kam sie mit einer Rolle in "Unser Lehrer Dr. Specht" im Jahr 1992. Seitdem hat sie in vielen Produktionen mitgewirkt, u.a. in "Dr. Stefan Frank", "Der Landarzt", "Der letzte Zeuge", "Küstenwache" oder "Rosa Roth". Derzeit kann man sie in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" immer wieder bewundern.
Claudia Wenzel ist mit Rüdiger Joswig verheiratet. Zusammen mit ihm erkundet sie im September 2008 die schöne Provinz Québec im Osten Kanadas - und lässt Sie über ihr Reisetagebuch an ihren Erlebnissen teilhaben.
Mehr Informationen:
www.claudiawenzel.de